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Deutscher Aeroclub (DAeC)

Organisation und Aufgaben

Der Deutsche Aero Club (DAeC), gegründet 1950, ist als Spitzensportverband oberste nationale Vertretung für den Luftsport in Deutschland und im Ausland. Er hat 18 ordentliche Mitglieder, nämlich 16 Landesverbände sowie den " Deutschen Freiballon Sport-Verband" (DFSV) und den "Deutschen Ultraleicht-SegelflugVerband" (DULSFV). Der " Deutsche Hängegleiter-Verband im DAeC" (DHV) sowie die "ROLLIS", die Vereinigung behinderter Flugsportler, sind außerordentliche Mitglieder. Alle nehmen die Interessen ihrer Mitglieder in den örtlichen Luftsportvereinen wahr.

Der DAeC vertritt den Luftsport im Deutschen Sport Bund (DSB) und - als eines der Gründungsmitglieder - im Weltluftsportverband FAI, Federation Aeronautique Internationale, Paris.

Sportarten

Zur Zeit zählt der DAeC mit seinen ordentlichen und außerordentlichen Verbänden rund 100.000 Mitglieder in ca. 2.000 Vereinen. Die meisten Aktiven sind in einer, viele auch in mehreren von insgesamt sieben Luftsportarten aktiv. Diese sind:

  • Segelfliegen,
  • Ballonfahren,
  • Ultraleichtfliegen,
  • Modellflug,
  • Motorflug,
  • Hängegleiten / Drachenfliegen und
  • Fallschirmspringen.

Die " Boomsportarten" sind seit einiger Zeit Ultraleichtfliegen und Ballonfahren. Spitzenreiter in der Mitgliederzahl ist jedoch noch immer der Segelflug. Jede Luftsportart im DAeC hat Sitz und Stimme im Präsidium.

Die Mitglieder der Luftsportvereine finanzieren über ihre Beiträge die Mitglieds- (DFSV, DULSFV. DHV. ROLLIS) und Landesverbände sowie den Dachverband. Außerdem erhält der DAeC, wie andere Spitzensportverbände, Zuschüsse vom Bund. Streng zweckgebunden dienen sie z.B. der Bezuschussung von Sportvorhaben, der Finanzierung von Wettbewerben, der Jugendförderung, Trainingsmaßnahmen, dem "Büro Flugsicherheit" (FSI) u.a. Zentrale des DAeC ist die Bundesgeschäftsstelle, derzeit in Heusenstamm bei Frankfurt a.M. Dort arbeiten rund 25 Angestellte. Die Geschäftstellen der Landesverbände sind unterschiedlich groß, aber alle mit ehren und/oder hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt. Sie nehmen auf regionaler Ebene vielfältige Aufgaben wahr und stehen den Mitgliedern der Vereine in allen Belangen des Luftsports zur Seite. Dazu zählt - in Kooperation mit den Sportfachgruppen - auch die Betreuung des Breiten- und Leistungssports, wobei die Luftsportjugend eine besondere Stellung einnimmt.

Aufgaben

Die Hauptaufgaben der Bundesgeschäftsstelle - in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden - liegen in der Wahrnehmung und Sicherung der Interessen des Luftsports und der Allgemeinen Luftfahrt. Ferner in der Unterstützung der fachlichen und sportlichen Maßnahmen und Aktivitäten der Sportfachkommissionen .

Folgende Ausschüsse nehmen spezielle Aufgaben wahr:

  • Unterer Luftraum (AUL),
  • Luftfahrt und Schule,
  • Umwelt und Natur,
  • Flugmedizin,
  • Flugmeteorologie,
  • Luftrecht u.a.

Teil der BGSt. ist das Luftsportgerätebüro, abgekürzt LSG-B. Getrennt von den sonstigen Verbandsaufgaben führt es die vom BMV übertragenen, hoheitlichen Aufgaben (Prüfung, Zulassung, Erteilung und Verlängerung von Lizenzen) für aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge und Sprungfallschirme durch.

Auf nationaler Ebene hält der DAeC Verbindung zum Deutschen Bundestag und dessen für die Luftfahrt berufenen Ausschüssen. Enger und ständiger Kontakt besteht zum Bundesministerium des Inneren (Sport), Verkehrsministerium (Luftfahrtgesetzgebung), Bundesministerium für Jugend und Familie (Jugendarbeit), in immer grösserem Maße zum Umweltministerium sowie zum Bundesministerium für Verteidigung (Luftsportgruppen, militärischer Flugverkehr).

Ständige Gesprächspartner sind das Luftfahrt-Bundesamt (LBA), die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) und - für die Landesverbände - die Luftfahrtbehörden der Bundesländer. Der DAeC ist in folgenden nationalen Sportorganisationen vertreten: NOV, DSB, Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Auf internationaler Ebene vertritt der DAeC die Interessen des Luftsports und seiner Mitglieder:

  • bei der FAI, Council, CASI, in den FAI-Sportfachgruppen, in insgesamt elf Fachkommissionen
  • bei internationalen Sportveranstaltungen durch Anmeldung der Nationalmannschaften
  • durch die Mitarbeit in " Europe Airsports " (einer Vereinigung der europäischen Aeroclubs),
  • in den Ausschüssen für Lizenzfragen, Harmonisierung von technischen Fragen und Wahrung der Rechte als Luftraumnutzer.

Das Zusammenwachsen Europas macht auch eine engere Kooperation mit den AeroClubs anderer Länder notwendig.

Einmal im Jahr findet die Hauptversammlung statt. Dabei entscheiden die stimmberechtigten, ordentlichen Mitglieder, mit jeweils einer Sport- und einer Verbandsstimme, über die Zusammensetzung des Vorstands, Beiträge, Satzungsänderungen u.a.m.

Die wirtschaftliche und beschäftigungspolitische Bedeutung, die der Luftsport- über seine eigentliche Rolle hinaus - repräsentiert, wird in der Öffentlichkeit zu wenig zur Kenntnis genommen. Hersteller von Flugzeugen, Luftsportgeräten, Zubehör, Elektronik, Werften und Reparaturbetriebe, Flugschulen, erwirtschaften bedeutende Umsätze und beschäftigen landesweit zehntausende hochqualifizierter Arbeitskräfte. Es sei in diesem Zusammenhang an die führende Rolle der deutschen Hersteller von Segelflugzeugen erinnert.

Bei allen internationalen Wettbewerben kommen im Schnitt 85% Segelflugzeuge aus deutscher Produktion zum Einsatz.

Die Ausübung einer luftsportlichen Disziplin ist weder eine exklusive noch privilegierte Sache. Sie steht praktisch jedem offen.

Alle Luftsportarten erfordern aber, neben einem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand, eine gründliche, sorgfältige Aus- und Weiterbildung sowie hohes Verantwortungsbewußtsein gegenüber anderen und der Umwelt.

In zahlenmäßig kleinen, aber sehr lautstarken Gruppen macht sich in Deutschland in den letzten Jahren eine sehr stark emotional bestimmte Anti-Luftfahrt und Anti-Luftsport-Stimmung bemerkbar. Die dort erhobenen Forderungen gefährden nicht nur die Ausübung des Luftsports, die überproportional große und erfolgreiche Jugendarbeit in den Vereinen, sondern auch - in der Allgemeinen Luftfahrt - einen Verkehrsträger, der erheblich zur Verkehrsinfrastruktur und damit zur Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort beiträgt. Viele Mandatsträger machen sich die Interessen der Luftfahrtgegner zu eigen. Dies führt zunehmend zu Restriktionen und Konfrontation. Es wäre zu wünschen, daß an Stelle maßloser Forderungen Vernunft und Augenmaß zu einem toleranten Miteinander führten, wie es in allen unseren Nachbarländern die Regel ist.

Webmaster, 31.3.2004, webmaster

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