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Schülerfluggemeinschaft

Eine SCHÜLERFLUGGEMEINSCHAFT (SFG)
vorgestellt am Beispiel des GYMNASIUMS KORSCHENBROICH
(Mit freundlicher Genehmigung des Protektors dieser SFG Herrn Ullrich Lorenz.)

- Haben Sie Interesse an einer SFG im Berliner Raum oder Fragen zu diesem Themenbereich, dann mailen Sie an den Landesausbildungsleiter des Luftfahrtverband Berlin -



Liebe Schülerinnen, liebe Schüler !

Wir wollen denen unter Euch, die sich für den Flugsport interessieren oder ihn ausüben möchten, die Möglichkeiten für diese Sportart an unserer Schule einmal vorstellen.

Was bedeutet für Dich die Mitgliedschaft in einer Schülerfluggemeinschaft (SFG) ?

Als Mitglied unserer SFG kannst Du einen erlebnisreichen, fesselnden Sport ausüben - entweder selbst am Steuer eines Segelflugzeuges "in die Luft gehen" oder mit der Fernsteuerung vom Boden aus ein technisch anspruchsvolles Flugmodell lenken.

Die Zusammenarbeit der Schule mit Flugsportvereinen macht dies möglich : das Modellfliegen zu einem sehr geringen Preis, das Segelfliegen vielleicht preiswerter, als Du es Dir bisher vorgesetellt hast. Zu den Preisen erfährst Du später in dieser Informationsschrift Genaueres; zunächst mehr zu dem, was Dich im Modell- oder Segelflugsport erwartet :

Modellfliegen :

Diese Sportart bietet sozusagen jedem Mädchen und Jungen die Möglichkeit, ein eigener Konstrukteur und Pilot zugleich zu werden. Im Werkraum der Schule werden die ersten Anleitungen zum Bau eines Flugmodells gegeben. Die hier anfangs in einfachen Bausätzen mit Sorgfalt gebastelten Motor- oder Gleitflugmodelle kommen bei regelmäßigen Treffen auf dem Kleinenbroicher Modelfluggelände zum Einsatz und nehmen bald auch an kleinen internen Vereinswettbewerben teil. Besonders günstig dabei ist, daß mehrere Schülerinnen und Schüler gemeinsam an der Entstehung der Modelle mit gegenseitiger Beratung beteiligt sind und daß Bausätze sowie weitere Geräte und Materialien nur zu einem winzigen Anteil von den Mitgliedern selbst mitbezahlt werden müssen. Das technische Gerät gehört der SFG und steht somit den Benutzern mit gleichen Anteilen zur Verfügung. Besonders wichtig am Modellflugsport ist, daß - vom Frühjahr bis zum Herbst - einmal wöchentlich an der frischen Luft das praktische Fliegen mit der Fernsteuerung geübt wird; nur bei schlechtem Wetter findet das Treffen in der Schule statt, um notwendige Reparaturen durchzuführen oder um neue Fluggeräte nach Bauplan herzustellen. Als Mitglieder der SFG sind die teilnehmenden Schüler zusätzlich noch - ohne Mehrkosten - voll berechtigte Mitglieder des Kleinenbroicher Flugmodellsportvereins. Das bedeutet, daß sie dann auch am Wochenende immer mit den Modellen der SFG im Verein sportlich mitmachen können - je nach Ausbildungsstand selbständig oder unter Anleitung von erfahrenen Vereinsmitgliedern.

Grundsätzlich ist der Zeitaufwand und die Anfahrt zum Fluggelände hier genauso wie bei beliebigen anderen örtlichen Sportvereinen .Anders ist dabei nur, daß der angehende Modell-flieger eine Menge an technischem Wissen und handwerklichem Können erwirbt, das die Grenzen dieser Sportart hinaus nützlich und motivierend ist.

Segelfliegen :

Während unsere Schülerinnen und Schüler das Modellfliegen schon in den fünften Klassen beginnen können, ist das Segelfliegen, bei dem man sich selbst in die Lüfte erheben kann, an das Mindestalter von vierzehn Jahren gebunden. Erst dann kann man zur Ausbildung zugelassen werden. Das bedeutet aber andererseits, daß Vierzehnjährige schon richtig zu Piloten ausgebildet werden. In einem Doppelsitzerflugzeug sitzt der Flugschüler oder die Flugschülerin dann vorne und dahinter der Fluglehrer. Immer mehr Flugbewegungen können die angehenden Segelflieger/innen dann schon sehr bald ganz alleine durchführen, so dass der Helfer "im Nacken" immer weniger eingreifen muss. Wer regelmäßig teilnimmt und gute Fortschritte macht, kann das Schulflugzeug bald ohne Begleitung des Fluglehrers im Alleinflug steuern. Auch Vierzehnjährigen ist das erlaubt, wenn sie schon so weit sind und der Fluglehrer vom Boden aus zuschaut. Natürlich bekommt man mit dem ersten Alleinflug noch nicht den Pilotenschein. Den erhält man erst nach längerer praktischer Flugerfahrung und nach einer Reihe von Theoriestunden an langen Winterwochenenden. Auch für diese Fluglizenz gilt wieder ein Mindestalter, das aber mit siebzehn Jahren sogar unter dem des Führerscheins für PKW angesetzt ist.

Pauken gehört also zu diesem Sport dazu. Die Erfahrung zeigt aber, dass keiner, der ernsthaft diesen den Segelflug betreiben möchte, das Lernen in Praxis und Theorie als lästig empfindet. Oft wirkt sich sogar die gute Einstellung zum Theorieunterricht für den Pilotenschein motivierend für die Leistungsbereitschaft in der Schule aus - vor allem für Themen naturwissenschaftlicher Fächer.

Für die meisten unserer Mitglieder beantwortet sich insofern ganz von selbst die Frage, was sie Sinnvolles mit ihrer Freizeit anstellen. Ihren Spaß an der Bewegung in der dritten Dimension verbinden sie auf angenehme Weise mit Lernen, Ausbildung und Geselligkeit, denn man braucht eine Mannschaft, um überhaupt in die Luft zu kommen. Das Gerät kann nur von vielen Helfern zusammengebaut und nach dem Flugbetrieb wieder im Autoanhänger verstaut werden. Viele Hände werden auch nach jeder Landung benötigt, um die Maschine vom Ausrollpunkt wieder an den Start zurückzuschieben. Dabei kommt körperliche Betätigung an der frischen Luft und manchmal eine tägliche Wanderstrecke von bis zu zehn Kilometern zusammen. Neben diesem Bewegungssport für alle Beteiligten kann Segelfliegen aber später auch zu einem Wettbewerbssport werden, der vielleicht zu den interessantesten Sportarten überhaupt gehören dürfte : in Wettbewerben messen sich die Piloten darin, wer die weiteste Strecke mit bester Ausnutzung der Thermik fliegt. Dazu braucht man allerdings Erfahrung , theoretisches Wissen und selbstverständlich den Pilotenschein. Diese Seite kann also erst zum Ende der Schulzeit hin an Bedeutung gewinnen, wenn jemand Interesse am Leistungsflug finden sollte.

Unsere SFG arbeitet auf dem Sektor Segelflug mit einem Kölner Partnerverein zusammen, bei dem jeder Segelflugschüler unserer SFG Mitglied ist. Die Anfahrt zum Flugbetrieb auf einem Fluggelände am Siebengebirgsrand wird von unserer Schule aus organisiert. Es besteht eine vertragliche Partnerschaft zwischen Verein und Schule, wodurch alle Versicherungsbelange - auch die der Anfahrt - geregelt sind.

Was bietet Dir die SFG sonst noch ?

Neben dem abenteuerlichen Spiel mit Wind und Wolken beim Modell- und Segelflug, das natürlich überwiegend an die wärmere Jahreszeit gebunden ist, gibt es aber auch im Winter genügend reizvolle Aufgaben und Pflichten bei diesem Hobby : in den Werkstattstunden, die allen auferlegt sind, lernt man nicht nur besser das Fluggerät in seinen technischen Einzelheiten kennen, sondern man setzt sich auch mit der technischen Seite der Flugsicherheit praktisch auseinander. Weiterhin dienen in dieser Jahreszeit regelmäßige Theoriestunden und theoretische Prüfungen zu einer gründlichen Beschäftigung mit Lernstoffen, die zur eigenen Sicherheit notwendig sind und nebenbei das Interesse an Schulfächern wie Physik und Wetterkunde oder an der Technik allgemein von selbst steigern. Auch zur Teilnahme am Funkverkehr müssen Luftsportler sich theoretisch und praktisch ausbilden lassen. Bei all diesen Kenntnissen, die erfahrungsgemäß als Ergänzung zum Hobby jeder sehr gerne erwirbt, lernt Ihr auch ganz selbstverständlich den Umgang mit Verantwortung und Selbsteinschätzung, und den meisten unserer Mitglieder beantwortet sich so ganz von selbst die Frage, was sie Sinnvolles mit ihrer Freizeit anstellen könnten.

Modellflug und / oder Segelflug in der SFG ?

Modellflug und Segelflug sind zwei eigenständige Bereiche innerhalb unserer SFG. Wer sich von Anfang an für den Modellflug als Sportart entscheidet, ist bei uns genauso in der richtigen Gruppe wie der, der es eigentlich mehr auf den Segelflug abgesehen hat.

Für die angehenden Segelflieger soll aber in der Regel vor Einstieg in den aktiven Segelflug ein Modellbau- und Modellflugjahr vorgeschaltet werden, um auf diesem Wege schon mit den technischen Voraussetzungen des Fliegens vertrauter zu werden. Möchten Schülerinnen oder Schüler auch nach Eintritt in den Segelflugverein noch dem Modellflugsport verbunden bleiben, dann ist das auf der Ebene der Bastelstunden unentgeltlich möglich. Wird aber am Flugbetrieb auf dem Modellflugplatz Kleinenbroich teilgenommen, dann muß weiter die für den Modellflugsport angegebene Gebühr der SFG entrichtet werden, damit die Versicherung gewährleistet ist.

Wo und wann findet die Schülerfluggemeinschaft statt ?

Zur Zeit gelten folgende Termine und Übungszeiten :

Modellflug : jeden Dienstag von 15 - 17 Uhr im Werkraum des Gymnasiums oder - bei gutem Wetter - auf dem Modellflugplatz Kleinenbroich ! (Die Zeiten können gelegentlich aus organisatorischen Gründen geändert werden .) Welche der beiden Möglichkeiten jeweils genutzt wird oder ob Terminänderungen für die Modellgruppe vorliegen, das kann am Dienstagvormittag einem Aushang im SFG-Schaukasten am Bilogiehörsaal der Schule entnommen werden !

Segelflug : Für die Sommermonate wird ein Dienstplan der Vereinsfluglehrer mit Telefon-nummern herausgegeben. Fluglehrer und Flugschüler haben sich jeweils am Morgen von Samstagen, Sonntagen und Feiertagen über das Segelflugwetter des Tages informiert. Durch Anrufe beim diensthabenden Fluglehrer wird geklärt, ob Flugbetrieb durchgeführt werden kann. Findet Flugbetrieb statt, dann werden unsere Korschenbroicher Schüler abgeholt und zum Flugplatz und zurück gebracht.

Was vor allem Eltern noch wissen sollten :

Das Land NRW sowie die Städte und Gemeinden fördern die etwa 80 Schülerfluggemeinschaften des Bundeslandes seit vielen Jahren, weil sie insbesondere den erzieherischen Wert des Flugsports erkannt haben.

Eine SFG zählt zu den freiwilligen Schülersportgemeinschaften, wie sie an öffentlichen Schulen und Ersatzschulen eingerichtet werden können. Sie sind weder an Klassen, Jahrgänge, Schulen noch an Schulformen gebunden. Ihre Veranstaltungen sind Schulveranstaltungen, für die das Einverständnis des Schulleiters, bei einer SFG des Leiters der federführenden Partnerschule erforderlich ist. Als "Allgemeine Schülersportgemeinschaft" dient die SFG der "Einführung in Sportbereiche und Sportarten, die inden Pflichtunterricht für alle Schüler nicht aufgenommen werden können", ferner der "Vorbereitung auf Prüfungen nach den Bestimmungen von Sportverbänden..." sowie auf "die Teilnahme an schulischen Wettkämpfen". Schülerfluggemeinschaften sind im Erlaß des Kultusministers NRW vom 19.5.87, aus dem zuvor zitiert wurde, ausdrücklich erwähnt. Sie "betreiben und Segelflug und arbeiten aus luftrechtlichen Gründen mit einem Mitgliedsverein des Deutschen Aero-Clubs zusammen. Die Einhaltung der luftrechtlichen Bestimmungen liegt im Verantwortungs- und Haftungsbereich des Vereins." Wie sehr sich das Land NRW der Schülerfluggemeinschaften annimmt, verrät die Tatsache, daß der Kultusminister seit 1961 einen Fachberater für den Flugsport an Schulen ernannt hat, der Schulleiter und Protektoren beim Aufbau und der Organisation der Gruppe, bei der Kooperation mit dem Partnerverein und in allen anderen Belangen berät.

Zur Förderung der Zusammenarbeit bestellt der Schulleiter der federführenden Partnerschule eine Lehrkraft zum "Protektor der Schülerfluggemeinschaft". Die vom Protektor in Zusammenarbeit mit den Übungsleitern des Vereins durchgeführten Veranstaltungen stellen einenTeil des außerunterrichtlichen Schulsports dar. Damit wird den Schülern die Ausübung einer Sportdisziplin ermöglicht, die das normale Angebot einer Schule ergänzt. Der Protektor schafft dazu in Abstimmung mit dem Vorstand des Partnervereins den organisatorischen und pädagogischen Rahmen. In ihm werden Schülerinnen und Schüler den Flugsport vorwiegend als Breiten- und Freizeitsport wahrnehmen, das heißt, die meisten werden sich mit Vergnügungs- und Erholungsflügen in Flugplatznähe begnügen, die Sportprüfungen A, B und C ablegen, neben der Windenstart- die Flugzeugschleppberechtigung anstreben und die Privatpilotenlizenz für Segelflug erwerben.

Stand : 1.1.98 gez. Lorenz, OStR = Protektor der SFG des GymnasiumsKorschenbroich und Segelfluglehrer im Kölner Klub für Luftsport (KKFL)


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