Schülerfluggemeinschaft
Eine SCHÜLERFLUGGEMEINSCHAFT (SFG)vorgestellt am Beispiel des GYMNASIUMS KORSCHENBROICH
(Mit freundlicher Genehmigung des Protektors dieser SFG Herrn Ullrich Lorenz.)

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler !
Wir wollen denen unter Euch, die sich für den Flugsport interessieren
oder ihn ausüben möchten, die Möglichkeiten für
diese Sportart an unserer Schule einmal vorstellen.
Was bedeutet für Dich die Mitgliedschaft in einer Schülerfluggemeinschaft
(SFG) ?
Als Mitglied unserer SFG kannst Du einen erlebnisreichen, fesselnden Sport ausüben - entweder selbst am Steuer eines Segelflugzeuges "in die Luft gehen" oder mit der Fernsteuerung vom Boden aus ein technisch anspruchsvolles Flugmodell lenken.
Die Zusammenarbeit der Schule mit Flugsportvereinen macht dies
möglich : das Modellfliegen zu einem sehr geringen Preis,
das Segelfliegen vielleicht preiswerter, als Du es Dir bisher
vorgesetellt hast. Zu den Preisen erfährst Du später
in dieser Informationsschrift Genaueres; zunächst mehr zu
dem, was Dich im Modell- oder Segelflugsport erwartet :
Modellfliegen :
Diese Sportart bietet sozusagen jedem Mädchen und Jungen
die Möglichkeit, ein eigener Konstrukteur und Pilot zugleich
zu werden. Im Werkraum der Schule werden die ersten Anleitungen
zum Bau eines Flugmodells gegeben. Die hier anfangs in einfachen
Bausätzen mit Sorgfalt gebastelten Motor- oder Gleitflugmodelle
kommen bei regelmäßigen Treffen auf dem Kleinenbroicher
Modelfluggelände zum Einsatz und nehmen bald auch an kleinen
internen Vereinswettbewerben teil. Besonders günstig dabei
ist, daß mehrere Schülerinnen und Schüler gemeinsam
an der Entstehung der Modelle mit gegenseitiger Beratung beteiligt
sind und daß Bausätze sowie weitere Geräte und
Materialien nur zu einem winzigen Anteil von den Mitgliedern selbst
mitbezahlt werden müssen. Das technische Gerät gehört
der SFG und steht somit den Benutzern mit gleichen Anteilen zur
Verfügung. Besonders wichtig am Modellflugsport ist, daß
- vom Frühjahr bis zum Herbst - einmal wöchentlich an
der frischen Luft das praktische Fliegen mit der Fernsteuerung
geübt wird; nur bei schlechtem Wetter findet das Treffen
in der Schule statt, um notwendige Reparaturen durchzuführen
oder um neue Fluggeräte nach Bauplan herzustellen. Als Mitglieder
der SFG sind die teilnehmenden Schüler zusätzlich noch
- ohne Mehrkosten - voll berechtigte Mitglieder des Kleinenbroicher
Flugmodellsportvereins. Das bedeutet, daß sie dann auch
am Wochenende immer mit den Modellen der SFG im Verein sportlich
mitmachen können - je nach Ausbildungsstand selbständig
oder unter Anleitung von erfahrenen Vereinsmitgliedern.
Grundsätzlich ist der Zeitaufwand und die Anfahrt zum Fluggelände
hier genauso wie bei beliebigen anderen örtlichen Sportvereinen
.Anders ist dabei nur, daß der angehende Modell-flieger
eine Menge an technischem Wissen und handwerklichem Können
erwirbt, das die Grenzen dieser Sportart hinaus nützlich
und motivierend ist.
Segelfliegen :
Während unsere Schülerinnen und Schüler das Modellfliegen
schon in den fünften Klassen beginnen können, ist das
Segelfliegen, bei dem man sich selbst in die Lüfte erheben
kann, an das Mindestalter von vierzehn Jahren gebunden. Erst dann
kann man zur Ausbildung zugelassen werden. Das bedeutet aber andererseits,
daß Vierzehnjährige schon richtig zu Piloten ausgebildet
werden. In einem Doppelsitzerflugzeug sitzt der Flugschüler
oder die Flugschülerin dann vorne und dahinter der Fluglehrer.
Immer mehr Flugbewegungen können die angehenden Segelflieger/innen
dann schon sehr bald ganz alleine durchführen, so dass der
Helfer "im Nacken" immer weniger eingreifen muss. Wer
regelmäßig teilnimmt und gute Fortschritte macht, kann
das Schulflugzeug bald ohne Begleitung des Fluglehrers im Alleinflug
steuern. Auch Vierzehnjährigen ist das erlaubt, wenn sie
schon so weit sind und der Fluglehrer vom Boden aus zuschaut.
Natürlich bekommt man mit dem ersten Alleinflug noch nicht
den Pilotenschein. Den erhält man erst nach längerer
praktischer Flugerfahrung und nach einer Reihe von Theoriestunden
an langen Winterwochenenden. Auch für diese Fluglizenz gilt
wieder ein Mindestalter, das aber mit siebzehn Jahren sogar unter
dem des Führerscheins für PKW angesetzt ist.
Pauken gehört also zu diesem Sport dazu. Die Erfahrung zeigt
aber, dass keiner, der ernsthaft diesen den Segelflug betreiben
möchte, das Lernen in Praxis und Theorie als lästig
empfindet. Oft wirkt sich sogar die gute Einstellung zum Theorieunterricht
für den Pilotenschein motivierend für die Leistungsbereitschaft
in der Schule aus - vor allem für Themen naturwissenschaftlicher
Fächer.
Für die meisten unserer Mitglieder beantwortet sich insofern
ganz von selbst die Frage, was sie Sinnvolles mit ihrer Freizeit
anstellen. Ihren Spaß an der Bewegung in der dritten Dimension
verbinden sie auf angenehme Weise mit Lernen, Ausbildung und Geselligkeit,
denn man braucht eine Mannschaft, um überhaupt in die Luft
zu kommen. Das Gerät kann nur von vielen Helfern zusammengebaut
und nach dem Flugbetrieb wieder im Autoanhänger verstaut
werden. Viele Hände werden auch nach jeder Landung benötigt,
um die Maschine vom Ausrollpunkt wieder an den Start zurückzuschieben.
Dabei kommt körperliche Betätigung an der frischen Luft
und manchmal eine tägliche Wanderstrecke von bis zu zehn
Kilometern zusammen. Neben diesem Bewegungssport für alle
Beteiligten kann Segelfliegen aber später auch zu einem Wettbewerbssport
werden, der vielleicht zu den interessantesten Sportarten überhaupt
gehören dürfte : in Wettbewerben messen sich die Piloten
darin, wer die weiteste Strecke mit bester Ausnutzung der Thermik
fliegt. Dazu braucht man allerdings Erfahrung , theoretisches
Wissen und selbstverständlich den Pilotenschein. Diese Seite
kann also erst zum Ende der Schulzeit hin an Bedeutung gewinnen,
wenn jemand Interesse am Leistungsflug finden sollte.
Unsere SFG arbeitet auf dem Sektor Segelflug mit einem Kölner
Partnerverein zusammen, bei dem jeder Segelflugschüler unserer
SFG Mitglied ist. Die Anfahrt zum Flugbetrieb auf einem Fluggelände
am Siebengebirgsrand wird von unserer Schule aus organisiert.
Es besteht eine vertragliche Partnerschaft zwischen Verein und
Schule, wodurch alle Versicherungsbelange - auch die der Anfahrt
- geregelt sind.
Was bietet Dir die SFG sonst noch ?
Neben dem abenteuerlichen Spiel mit Wind und Wolken beim Modell-
und Segelflug, das natürlich überwiegend an die wärmere
Jahreszeit gebunden ist, gibt es aber auch im Winter genügend
reizvolle Aufgaben und Pflichten bei diesem Hobby : in den Werkstattstunden,
die allen auferlegt sind, lernt man nicht nur besser das Fluggerät
in seinen technischen Einzelheiten kennen, sondern man setzt sich
auch mit der technischen Seite der Flugsicherheit praktisch auseinander.
Weiterhin dienen in dieser Jahreszeit regelmäßige Theoriestunden
und theoretische Prüfungen zu einer gründlichen Beschäftigung
mit Lernstoffen, die zur eigenen Sicherheit notwendig sind und
nebenbei das Interesse an Schulfächern wie Physik und Wetterkunde
oder an der Technik allgemein von selbst steigern. Auch zur Teilnahme
am Funkverkehr müssen Luftsportler sich theoretisch und praktisch
ausbilden lassen. Bei all diesen Kenntnissen, die erfahrungsgemäß
als Ergänzung zum Hobby jeder sehr gerne erwirbt, lernt Ihr
auch ganz selbstverständlich den Umgang mit Verantwortung
und Selbsteinschätzung, und den meisten unserer Mitglieder
beantwortet sich so ganz von selbst die Frage, was sie Sinnvolles
mit ihrer Freizeit anstellen könnten.
Modellflug und / oder Segelflug in der SFG ?
Modellflug und Segelflug sind zwei eigenständige Bereiche innerhalb unserer SFG. Wer sich von Anfang an für den Modellflug als Sportart entscheidet, ist bei uns genauso in der richtigen Gruppe wie der, der es eigentlich mehr auf den Segelflug abgesehen hat.
Für die angehenden Segelflieger soll aber in der Regel vor
Einstieg in den aktiven Segelflug ein Modellbau- und Modellflugjahr
vorgeschaltet werden, um auf diesem Wege schon mit den technischen
Voraussetzungen des Fliegens vertrauter zu werden. Möchten
Schülerinnen oder Schüler auch nach Eintritt in den
Segelflugverein noch dem Modellflugsport verbunden bleiben, dann
ist das auf der Ebene der Bastelstunden unentgeltlich möglich.
Wird aber am Flugbetrieb auf dem Modellflugplatz Kleinenbroich
teilgenommen, dann muß weiter die für den Modellflugsport
angegebene Gebühr der SFG entrichtet werden, damit die Versicherung
gewährleistet ist.
Wo und wann findet die Schülerfluggemeinschaft statt
?
Zur Zeit gelten folgende Termine und Übungszeiten :
Modellflug : jeden Dienstag von 15
- 17 Uhr im Werkraum des Gymnasiums oder - bei gutem Wetter -
auf dem Modellflugplatz Kleinenbroich ! (Die Zeiten können
gelegentlich aus organisatorischen Gründen geändert
werden .) Welche der beiden Möglichkeiten jeweils genutzt
wird oder ob Terminänderungen für die Modellgruppe vorliegen,
das kann am Dienstagvormittag einem Aushang im SFG-Schaukasten
am Bilogiehörsaal der Schule entnommen werden !
Segelflug : Für die Sommermonate wird ein Dienstplan
der Vereinsfluglehrer mit Telefon-nummern herausgegeben. Fluglehrer
und Flugschüler haben sich jeweils am Morgen von Samstagen,
Sonntagen und Feiertagen über das Segelflugwetter des Tages
informiert. Durch Anrufe beim diensthabenden Fluglehrer wird geklärt,
ob Flugbetrieb durchgeführt werden kann. Findet Flugbetrieb
statt, dann werden unsere Korschenbroicher Schüler abgeholt
und zum Flugplatz und zurück gebracht.
Was vor allem Eltern noch wissen sollten :
Das Land NRW sowie die Städte und Gemeinden fördern
die etwa 80 Schülerfluggemeinschaften des Bundeslandes seit
vielen Jahren, weil sie insbesondere den erzieherischen Wert des
Flugsports erkannt haben.
Eine SFG zählt zu den freiwilligen Schülersportgemeinschaften,
wie sie an öffentlichen Schulen und Ersatzschulen eingerichtet
werden können. Sie sind weder an Klassen, Jahrgänge,
Schulen noch an Schulformen gebunden. Ihre Veranstaltungen sind
Schulveranstaltungen, für die das Einverständnis des
Schulleiters, bei einer SFG des Leiters der federführenden
Partnerschule erforderlich ist. Als "Allgemeine Schülersportgemeinschaft"
dient die SFG der "Einführung in Sportbereiche und Sportarten,
die inden Pflichtunterricht für alle Schüler nicht aufgenommen
werden können", ferner der "Vorbereitung auf Prüfungen
nach den Bestimmungen von Sportverbänden..." sowie auf
"die Teilnahme an schulischen Wettkämpfen". Schülerfluggemeinschaften
sind im Erlaß des Kultusministers NRW vom 19.5.87, aus dem
zuvor zitiert wurde, ausdrücklich erwähnt. Sie "betreiben
und Segelflug und arbeiten aus luftrechtlichen Gründen mit
einem Mitgliedsverein des Deutschen Aero-Clubs zusammen. Die Einhaltung
der luftrechtlichen Bestimmungen liegt im Verantwortungs- und
Haftungsbereich des Vereins." Wie sehr sich das Land NRW
der Schülerfluggemeinschaften annimmt, verrät die Tatsache,
daß der Kultusminister seit 1961 einen Fachberater für
den Flugsport an Schulen ernannt hat, der Schulleiter und Protektoren
beim Aufbau und der Organisation der Gruppe, bei der Kooperation
mit dem Partnerverein und in allen anderen Belangen berät.
Zur Förderung der Zusammenarbeit bestellt der Schulleiter
der federführenden Partnerschule eine Lehrkraft zum "Protektor
der Schülerfluggemeinschaft". Die vom Protektor in Zusammenarbeit
mit den Übungsleitern des Vereins durchgeführten Veranstaltungen
stellen einenTeil des außerunterrichtlichen Schulsports
dar. Damit wird den Schülern die Ausübung einer Sportdisziplin
ermöglicht, die das normale Angebot einer Schule ergänzt.
Der Protektor schafft dazu in Abstimmung mit dem Vorstand des
Partnervereins den organisatorischen und pädagogischen Rahmen.
In ihm werden Schülerinnen und Schüler den Flugsport
vorwiegend als Breiten- und Freizeitsport wahrnehmen, das heißt,
die meisten werden sich mit Vergnügungs- und Erholungsflügen
in Flugplatznähe begnügen, die Sportprüfungen A,
B und C ablegen, neben der Windenstart- die Flugzeugschleppberechtigung
anstreben und die Privatpilotenlizenz für Segelflug erwerben.
Stand : 1.1.98 gez. Lorenz, OStR = Protektor der SFG des GymnasiumsKorschenbroich und Segelfluglehrer im Kölner Klub für Luftsport (KKFL)