Einfach zum Abheben schön
Im Zeitraum vom 31. März bis zum 09. April 1999 führte der Natur und Luftsportverein Berlin e.V. nach gut viermonatiger Vorplanung erfolgreich sein erstes Segelflugschulprojekt mit Gymnasiasten aus Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark durch. Alle Teilnehmer waren begeistert dabei und brachten nach Beendigung des Schulprojektes folgendes zu Papier:
Wir waren 18 neugierige Schüler und wollten unbedingt fliegen.
Es sollte eine ganz neue Erfahrung für uns werden, denn keiner war
bisher ohne jegliche Art von Antrieb durch die Luft geflogen. Doch vor
der Praxis stand für uns an zwei Tagen die Theorie in
der Schule, um alles Wichtige über den Segelflugbetrieb zu erfahren.
In den Osterferien war es dann schließlich soweit. Wir trafen uns am Flugplatz Saarmund. Nach einer kurzen Vorbesprechung mit Wetterbriefing ging es zum Segelflugstart. Dort hatten die Vereinsmitglieder schon alles vorbereitet und die Ersten unserer Gruppe erhoben sich im Beisein der ORBKameras mit einer ASK13 und Ka7 in die Brandenburger Lüfte.
Der erste Flug war atemberaubend. Nach einem aufregenden Windenstart in steilem Flug, mehreren Kurven und einer holprigen Landung waren wir alle hin und weg. Das äußerten wir dann auch in aufregenden Interviews gegenüber der Presse. Von nun an wollten wir immer wieder fliegen und lernten in den Pausen auch viele andere Betätigungen, die auf einem Flugplatz ausgeübt werden müssen, kennen. In den folgenden Tagen konnten alle noch weitere Segelflüge, aber auch Motorsegelflüge und Rundflüge mit einer Cessna 182 über PotsdamMittelmark und Potsdam erleben. Es gab wohl keinen dem das teilweise durchwachsene Wetter etwas ausmachte, für gute Laune war immer gesorgt, z.B. als der Fluglehrer Jochen Rabe uns mit seiner Gitarre erfreute.
Viele Teilnehmer faßten schon zeitig den Entschluß das Segelfliegen auf dem Flugplatz Saarmund unbedingt weiterzubetreiben. Zum gemeinsamen Abschluß unserer interessanten Projektwoche gab es dann noch eine große Grillparty, die von drei fleißigen Projektteilnehmern organisiert wurde und auf der noch lange und viel über die Segelfliegerei gesprochen wurde.
Abschließend möchten wir uns noch bei allen Mitgliedern des Natur- und Luftsportverein Berlin e.V. bedanken, hier insbesonders beim Projektleiter und Fluglehrer Michael Thomsen sowie seinen Fluglehrerkollegen Jochen Rabe und Reinhart Welz, ohne deren Einsatz und Vorplanung das Segelflugschulprojekt nicht realisiert worden wäre. Ein großer Dank gebührt daneben aber auch unser Studienrätin, Frau Birgit Roeske, die sich am Gymnasium für das Projekt einsetzte und Herrn Gerhard Hesse, Inhaber der Firma Elektro Hesse aus Berlin, der uns fluginteressierten Gymnasiasten immerhin fast sieben Stunden Flugzeit auf seiner Cessna 182 spendete.
Ergänzend zu dem Bericht der Michendorfer Gymnasiasten möchte ich noch verraten, daß unmittelbar im Anschluß an das Schulprojekt acht begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer (4 Mädchen und 4 Jungen) unserem Verein beitraten. Durch die während und nach Beendigung des Schulprojektes veröffentlichten Presse- und Fernsehberichte meldeten sich bei uns weitere drei Jugendliche zur Segelflugausbildung an. Mit dem Gymnasium Michendorf haben wir inzwischen einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Fortsetzung dieser Segelflug-schulprojektwochen vereinbart. Darüber hinaus werden wir noch in diesem Jahr zwei weitere Segelflugprojektwochen mit den Gesamtschulen aus Bergholz-Rehbrücke und Wilhelmshorst sowie einem Gymnasium aus Potsdam durchführen. Als Initiator dieses Projektes kann ich allen Luftsportvereinen nur empfehlen, die Jugendnachwuchswerbung in dieser Form einmal selbst auszuprobieren. -Michael Thomsen-