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2003

Bericht der Aktivitäten des Berliner Segelflug D-Kader im Jahre 2003

Allgemein:

Im Jahresrückblick war die Saison geprägt durch viele nutzbare Tage mit guten thermischen Verhältnissen. Allerdings mussten einige Mitglieder ihrer Ausbildung, dem Beruf oder ihrer familiären Situation Tribut zollen und die Teilnahme an Qualifikationswettbewerbe oder Deutschen Meisterschaften absagen. Von den D-Kadermitgliedern haben dieses Jahr zwei an der Deutschen Meisterschaft der Club Klasse teilgenommen (Qualifikation aus 2002) und fünf Junioren an dem Qualifikationswettbewerb für die Deutsche Junioren Meisterschaft 2004. In diesem Jahr fand kein Qualifikationswettbewerb für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Hauptkonkurrent statt.

Theorielehrgang am 09.03.2003 in Berlin

An diesem Tag wurde eine Schulungsmaßnahme mit ausgewählten Vorträgen der D-Kader Piloten zu den Themen Ernährung beim Fliegen, Wettbewerbsvorbereitung, Mentales Training, thermische Besonderheiten beim Fliegen in der Dübener Heide (Flugplatz Roitschjora), Sicherheitsaspekte beim Wettbewerbsflug, Korrelation Vorfluggeschwindigkeit und Mittleres Steigen bei Wettbewerbsflügen, Deutsche Klassenrekorde u.a. durchgeführt.

D-Kadertrainingslager vom 1.05. – 4.05.2003 in Fürstenwalde

Bei der Praxismaßnahme stand das wettbewerbsnahe Streckentraining im Vordergrund. Es konnte auf Grund des Wetters nur an zwei Tagen geflogen werden, an denen beim 1.Flugtag eine AST und am 2.Flugtag eine AAT Aufgabe geflogen wurde. Die Teams wurden vor Beginn des Fluges entsprechend der Leistungsfähigkeit der Flugzeuge eingeteilt und gezielt neu zusammengestellt, um den Teamflug unabhängig von gewohnten Teampartnern zu trainieren.

DMSt-Dezentrale Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug

Alle D-Kaderpiloten konnten dieses Jahr die guten Wetterbedingungen für Streckenflüge für die DMSt reichlich nutzen. Bei dem dezentralen Wettbewerb wurden 163 Streckenflüge mit einer Gesamtlänge von 47.987km eingereicht. Weitere Informationen unter: http://www.daec.de/se/breitensport/dmst/dmst-online.php

Club-Klasse Spezialwettbewerb vom 24.05. – 31.05.2003 in Weissenburg

Der D-Kader Pilot Rolf Engelhardt hat in Vorbereitung auf die DM Club 2003 an dem CKS 2003 teilgenommen. Leider konnte wetterbedingt nur an zwei von acht möglichen Tagen für Wertungsflüge gestartet werden. Weitere Informationen unter: http://www.sfv-wug.de/

DM der Clubklasse 2003 vom 26.07. – 7.08.2003 in Weissenburg

Viel Flugerfahrung konnten die Berliner Piloten bei der DM sammeln, da an neun von zehn Tagen zu Wertungsflügen gestartet werden konnte. Einen „Fehlstart“ gleich am ersten Wertungstag leistete sich der Berliner Pilot Rolf Engelhardt mit einer Außenlandung kurz vor dem Platz, während der zweite Berliner Pilot Karsten Koppel den Flugplatz Weissenburg als 22. der Tageswertung ereichte. Nach guten Platzierungen im vorderen Drittel des Feldes bei den beiden anschließenden 2. und 3. Wertungstagen endete die Aufholjagd für die Beiden am vierten Wertungstag abrupt mit einer Außenlandung am weit entferntesten Wendepunkt Albstadt-Degerfeld und einen Punktverlust auf den Tagessieger von fast 700 Punkten. Versöhnlicher Abschluss der DM aus Berliner Sicht bildete der 2. Tagesplatz von Karsten Koppel am letzten Wertungstag. In der Gesamtwertung wurden Karsten Koppel 36. und Rolf Engelhardt 41. von 45 teilnehmenden Piloten.

Festzustellen bleibt, dass die Leistungsdichte der Piloten auf dieser Deutschen Meisterschaft enorm hoch war. So hatte z.B. der vorletzte Pilot der Tageswertung (Platz 44) am 2. Wertungstag immerhin noch 841 von 1000 möglichen Punkten. Ohne den „Ausrutscher“ am vierten Wertungstag hätten die Berliner Piloten in der Gesamtwertung deutlich besser abgeschnitten, denn Sie erreichten bis auf die beiden Tagen an denen Sie den Startplatz nicht mehr erreichten in den jeweiligen Tageswertungen jeweils 80-95% der Punktes des Tagesersten. Weitere Informationen unter: www.dsm.ck2003.sfv-wug.de/

Juniorenqualifikation in der Standard und der Clubklasse 2003 vom 26.07 – 9.08.2003 in Roitzschjora

An dem Qualifikationswettbewerb nahmen in der Clubklasse die Berliner Piloten Fabian Meise, Marius Kelm und Christian Rex und in der Standardklasse die Piloten Daniel Wachtendonk und Markus von Schaewen teil. Es wurde an elf von zwölf möglichen Wertungstagen geflogen, zumeist ohne Wolkenbildung - was den Piloten einiges an Kondition abverlangte. Insbesondere ist das gute Abschneiden der erst 18-20 jährigen Junioren Marius Kelm, Christian Rex und Daniel Wachtendonk hervorzuheben, die in Roitzschjora ihren ersten Wettbewerb bestritten und sich im Falle von Marius Kelm und Christian Rex auf Anhieb für die DM Junioren in 2004 qualifizieren konnten. Der erfahrende Juniorenflieger Fabian Meise konnte sogar die Juniorenqualifikation in der Clubklasse für sich entscheiden und damit sind drei Berliner Junioren für die Deutsche Meisterschaft der Junioren vom 11.08.-22.08.2004 in Wilsche qualifiziert. Weitere Informationen unter: http://www.heidepokal.de/index.htm

Vergleichsfliegen vom 02.08. bis 16.08.2003 in Neuruppin

An dem (platzinternen) Vergleichsfliegen nahm Stefan Adamczyk teil. Es gab hier keine Wertung getrennt nach Klassen, sondern nur über den Index der Segelflugzeuge. Stefan nutzte dieses Vergleichsfliegen um sich mit der DG 101 des Vereins noch vertrauter zu machen und sich auf die Berliner Meisterschaften im Jahr 2004 vorzubereiten. Während der Wertungstage konnte Stefan das im D-Kader-Trainingslager erlernte Teamfliegen mit den Vereinskameraden anwenden, was sich durch die Blauthermik anbot. Er erzielte einen dritten Platz in der Abschlusswertung hinter zwei Piloten, die mit der leistungsstärkeren LS 4 teilnahmen. Teilgenommen haben bis zu 8 Flugzeuge aus den verschiedensten Klassen. Die Flüge wurden im OLC und DMSt eingestellt, eine eigene Internetdarstellung zu dieser Veranstaltung existiert nicht.

Return to Kitty Hawk – 19.6. bis 4.7.2003 in den USA

Natalie Lübben hat das qualifikationsfreie Jahr genutzt, um endlich einmal in den USA einen Wettbewerb zu fliegen, und was für einen! Sie ist den "Return to Kitty Hawk" mitgeflogen, ein transkontinentaler Segelflugwettbewerb quer über den amerikanischen Kontinent von der West- bis zur Ostküste zu Ehren des 100. Geburtstags des ersten Fluges der Brüder Wright. Der Wettbewerb hatte 12 Etappen, Start am Flugplatz Crystalaire in der Nähe von Los Angeles in Kalifornien, über die Mojave-Wüste nach Jean/Nevada (bei Las Vegas), dann nach Estrella/Arizona (bei Phoenix), von dort nach Las Cruces/New Mexico, weiter nach Hobbs/New Mexico, nach Midlothian/Texas (südlich Dallas), von dort über Texas, Oklahoma und Missouri nach Silvercreek/Illinois (bei St. Louis), weiter nach Indianapolis/Indiana, von dort nach Caesar Creek/Ohio (bei Dayton), dann nach Galliopolis/Ohio, dann von New Castle/Virginia nach Manteo/North Carolina und von dort hinüber auf die Outer Banks (vor der Ostküste liegende Sandbänke) auf den "First Flight" Flugplatz in Kitty Hawk.

Der Wettbewerb war die absolute Extrem-Erfahrung, ungefähr 10x so anstrengend wie ein normaler Wettbewerb, weil es einfach keine Routine gab, keinen Ruhetag bei schlechtem Wetter (dann sind wir weiter gefahren) und jeden Tag alles neu war. Jeden Tag ein neues Fluggebiet, z.T. Flüge über komplett unlandbarem Gebiet (atemberaubende Landschaft, ohne Landemöglichkeiten zu fliegen geht aber ganz schön an die Nerven), jedes mal Flug zu einem unbekannten Ort, jede Nacht ein anderes Bett (z.T. nicht sicher, ob man eins kriegt), jeden Tag neue Karten, neue Wendepunkte einspielen, ohne die Sicherheit, dass die Datenbank stimmt und das GPS funktioniert; natürlich auch Reparaturen, die dann immer quasi unterwegs stattfinden mussten (wir mussten ja immer weiter), usw. Gerade wegen all dieser Faktoren und besonders weil wir eben durch die verschiedensten Landschaften und Klimazonen kamen, war es aber auch der interessanteste und schönste Wettbewerb, den Sie je geflogen ist.

Natalie Lübben konnte die Motorseglerklasse gewinnen, in der Offenen Klasse ist Sie (nur) Zweite geworden (die Offene Klasse hatte Sie deshalb nicht gewonnen, weil Sie es am ersten Tag über unlandbarer Wüste sehr, sehr vorsichtig hat angehen lassen ...). An fünf Wertungstagen 2x2 Tagessiege, jeweils in der Offenen und Motorseglerklasse. Den Motor musste Sie nie benutzen – zum Glück, denn der lief ab Indiana ohnehin einfach nicht mehr. Website, mit scores, leader board, course map, usw. auf: http://ssaregion12.org/rtkh/index.html

1. Weserpokal vom 25.7. bis 2.8.2003 in Tarmstedt

Martin Noth hatte zusammen mit Wolfgang Thomas mit der Vereins Ls8/18m teilgenommen. Sie konnten in der Gesamtwertung einen guten 4. Platz mit nur 85 Punkten Rückstand auf den 1. Platz (4.272 Pkt.) belegen. Der Wettbewerb zeichnete sich durch eine hervorragende Organisation, gute Wetterbedingungen (6 von 8 möglichen Wertungstagen), eine super Wettbewerbsleitung und vor allem durch Fliegen ohne unnötig übertriebenen Ehrgeiz - ohne jedoch den Wettbewerbscharakter zu vernachlässigen - aus. Im nächsten Jahr soll eventuell der 2. Weserpokal stattfinden. Eine Teilnahme als Einstieg in die Wettbewerbsfliegerei wird von den teilgenommenen Piloten empfehlen, insbesondere auch unter dem Aspekt der Kosten, da in diesem Wettbewerb an der Seilwinde gestartet wurde. http://www.segelfluggruppe-bremen.de/texte/Wettbewerb/Nav_Weserpokal_2003.html

Rolf Engelhardt, Nov. 2003
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